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Sternenscout

Austrittspupille

Der Lichtkreis hinter dem Okular entscheidet, wie hell und wie groß dir ein Objekt erscheint.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Die Austrittspupille eines 8×30-Fernglases
Bild: Evan Mason, CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Halte ein Fernglas am Tag eine Armlänge vor dich und schau von hinten aufs Okular: Du siehst einen kleinen, hellen Kreis. Das ist die Austrittspupille – das Lichtbündel, das aus dem Okular kommt und in dein Auge fällt. Ihr Durchmesser entscheidet, wie hell dir flächige Objekte wie Nebel und Galaxien erscheinen.

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Die Formel

Es gibt zwei gleichwertige Wege:

  • Austrittspupille = Öffnung ÷ Vergrößerung
  • Austrittspupille = Okular-Brennweite ÷ Öffnungsverhältnis

Beispiel: Ein 200-mm-Teleskop mit 1200 mm Brennweite hat das Öffnungsverhältnis f/6 (1200 ÷ 200). Mit einem 25-mm-Okular vergrößert es 48×. Die Austrittspupille ist 200 ÷ 48 ≈ 4,2 mm – oder gleich gerechnet: 25 ÷ 6 ≈ 4,2 mm.

Die zweite Formel ist praktisch, weil du das Teleskop gar nicht kennen musst: Bei f/6 ergibt jedes Okular eine Austrittspupille von «Okular-Brennweite geteilt durch 6».

Bei Ferngläsern ist es noch einfacher: Ein 8×30-Fernglas hat 30 ÷ 8 = 3,75 mm, ein 7×50 gut 7 mm.

Austrittspupillen von Ferngläsern im Vergleich
Die Austrittspupille als heller Kreis im Okular: links ein kleines Fernrohr mit gut 1 mm, rechts ein Nachtglas mit 7 mm.Bild: Blaubus, CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die Grenzen: dein Auge

Nach oben begrenzt deine eigene Pupille. Im Dunkeln öffnet sie sich bei jungen Menschen auf rund 7 mm, im Alter weniger weit – laut einer in der Wikipedia zitierten Übersicht bei 20-Jährigen auf etwa 7,3 mm, bei 80-Jährigen auf etwa 4,9 mm. Ist die Austrittspupille größer als deine Pupille, fällt ein Teil des Lichts daneben. Du zahlst für Öffnung, die du nicht nutzt.

Nach unten wird es dunkel und flau. Rund 0,5 mm gelten als Untergrenze: Astronomics empfiehlt diesen Wert nur noch für enge Doppelsterne bei sehr ruhiger Luft. Das entspricht genau der Faustregel für die Höchstvergrößerung von rund 2× der Öffnung in Millimetern: 200 mm ÷ 400× = 0,5 mm.

Welche Austrittspupille wofür?

Die folgenden Bereiche sind bewährte Richtwerte des amerikanischen Fachhändlers Astronomics, keine festen Regeln. Probier aus, was dir an deinem Himmel am besten gefällt.

Austrittspupille Gut für
5–7 mm Milchstraßenfelder, offene Sternhaufen und große Nebel unter dunklem Himmel
3–4 mm dieselben großflächigen Objekte unter leicht aufgehelltem Vorstadt-Himmel
etwa 2 mm Mond, Planeten, Kugelsternhaufen, kleine Galaxien und planetarische Nebel
etwa 1 mm möglichst viel Planetendetail, Doppelsterne trennen
etwa 0,5 mm enge Doppelsterne – nur bei sehr ruhiger Luft

Ein Okularsatz, der diese Stufen grob abdeckt, ist für die meisten Teleskope eine gute Grundausstattung. Bei einem Teleskop mit f/6 entsprechen 6, 3, 2 und 1 mm Austrittspupille Okularen um 36, 18, 12 und 6 mm.

Warum werden Nebel dunkler, Sterne aber nicht?

Die Helligkeit flächiger Objekte (Nebel, Galaxien) wächst mit dem Quadrat der Austrittspupille. 4 mm zeigen eine Galaxie also viermal so hell wie 2 mm. Doppelte Vergrößerung heißt: nur noch ein Viertel der Flächenhelligkeit.

Bei Sternen ist es anders. Ein Stern ist ein Lichtpunkt; wie hell er erscheint, hängt von der Öffnung ab, nicht von der Austrittspupille. Mit steigender Vergrößerung wird darum nur der Himmelshintergrund dunkler, der Stern nicht. Lichtschwache Sterne sind deshalb bei höherer Vergrößerung oft besser zu sehen – mehr dazu unter Grenzgröße.

Typische Fehler

  • Zu großes Übersichts-Okular: Ein 40-mm-Okular an einem f/4-Teleskop ergibt 10 mm Austrittspupille – viel zu groß fürs Auge.
  • Nur auf die Vergrößerung schauen: Wer die Austrittspupille kennt, kann Okulare für jedes Teleskop sinnvoll auswählen.
  • Altersfaktor vergessen: Mit den Jahren öffnet sich die Pupille weniger weit. Dann bringt eine 7-mm-Austrittspupille weniger als erhofft.

Häufige Fragen

Was bedeutet 10×50 bei einem Fernglas?
10-fache Vergrößerung und 50 mm Objektiv-Durchmesser. Die Austrittspupille ist 50 ÷ 10 = 5 mm. Ein 7×50-Fernglas hat gut 7 mm und passt damit zur weit geöffneten Pupille junger Augen.
Ist eine große Austrittspupille immer besser?
Nein. Sie macht flächige Objekte hell, aber auch den Himmelshintergrund. Unter aufgehelltem Stadthimmel wirkt eine mittlere Austrittspupille oft kontrastreicher. Größer als deine eigene Pupille bringt sie gar nichts mehr.
Wie groß ist meine Pupille?
Bei jungen Menschen öffnet sie sich im Dunkeln auf etwa 7 mm, mit zunehmendem Alter weniger weit. Laut Literatur sind es bei 80-Jährigen im Dunkeln noch rund 5 mm.

Quellen (4)

  1. Wikipedia (englisch): Exit pupil (abgerufen 14.10.2026)
  2. Celestron Knowledgebase: How to Determine Which Eyepieces to Use with Your Telescope (abgerufen 14.10.2026)
  3. Fayetteville Astronomical Society: Telescope Eyepieces (abgerufen 14.10.2026)
  4. Astronomics: Exit Pupils (abgerufen 14.10.2026)

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