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Sternkarten und Apps

Ob Papier oder Bildschirm: Mit einer Sternkarte findest du heraus, was gerade am Himmel steht.

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2026 · Von Michael Plangger · So wählen wir aus

Drehbare Sternkarte für Mitteleuropa, um 1900
Bild: H. Raab ( User:Vesta ), CC BY-SA 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Ohne Karte bleibt der Sternenhimmel ein Durcheinander aus Lichtpunkten. Mit einer Karte wird daraus eine Landschaft mit Wegweisern: Sternbilder, Planeten, Sternhaufen. Für den Anfang hast du zwei Möglichkeiten – Papier oder App. Beide haben ihre Stärken.

Mehr erfahren – tippe auf einen Abschnitt

Die drehbare Sternkarte

Eine drehbare Sternkarte besteht aus zwei Scheiben: unten die Sterne, oben eine Deckscheibe mit einem Fenster. Der Rand des Fensters ist dein Horizont. Am Rand der Sternscheibe steht eine Datumsskala, auf der Deckscheibe eine Uhrzeitskala.

So stellst du sie ein:

  1. Datum gegen Uhrzeit drehen, bis das heutige Datum neben der gewünschten Uhrzeit steht.
  2. Sommerzeit beachten: Die Karten zeigen meist die Winterzeit. Im Sommer stellst du deshalb eine Stunde früher ein (also 22 Uhr Sommerzeit = 21 Uhr auf der Karte).
  3. Richtig halten: Schau nach Süden und halte die Karte so, dass «Süden» unten ist. Die Himmelsrichtungen auf dem Rand wirken vertauscht – das ist richtig, weil du nach oben schaust und nicht auf den Boden.
  4. Mitte = Zenit: Was in der Mitte des Fensters liegt, steht direkt über dir.

Jede Karte ist für eine bestimmte geografische Breite gebaut, viele deutschsprachige Karten für 50° Nord. Für Deutschland passt das gut genug. Am Rand der Karte sind die Sternbilder stärker verzerrt als in der Mitte.

Welche Astronomie-Apps haben sich bewährt?

Apps zeigen den Himmel für jeden Ort und jede Uhrzeit, auch Planeten, Mondphasen und die Raumstation. Einige bewährte Programme:

Programm Plattform Kosten Besonderheit
Stellarium Windows, macOS, Linux; im Browser als «Stellarium Web» kostenlos, freie Software Standardkatalog mit über 600 000 Sternen, gut zur Planung am Computer
SkySafari (Simulation Curriculum) Handy und Tablet kostenpflichtig, in mehreren Ausbaustufen «Night Vision»-Modus, Teleskopsteuerung in den größeren Versionen
Sky Tonight (Vito Technology) Handy und Tablet gratis, mit kostenpflichtigen Zusatzfunktionen Nachtmodus, einfache Bedienung

Preise und Funktionen ändern sich laufend; schau vor dem Kauf in den App-Store (Stand Oktober 2026).

Augmented Reality – praktisch, aber mit Tücken

Viele Apps zeigen den Himmel passend zur Richtung, in die du das Handy hältst. Das ist bequem, aber der Kompass im Handy ist oft ungenau, besonders in der Nähe von Autos, Metallgeländern oder Teleskopen. Kontrolliere die Anzeige deshalb an einem hellen Stern oder Planeten.

Papier oder App?

  • Zum Lernen der Sternbilder: drehbare Sternkarte.
  • Zum Planen am Abend vorher: Stellarium oder eine App.
  • Draußen am Teleskop: das, was dich am wenigsten blendet – also Karte mit Rotlicht oder App im Nachtmodus.

Später kommen oft ein Sternatlas oder ein Beobachtungsführer dazu, um Objekte gezielt mit Star-Hopping zu finden.

Häufige Fragen

Welche App ist für den Anfang am besten?
Für den Computer ist das kostenlose Stellarium ein guter Start. Auf dem Handy reicht für den Anfang eine Gratis-App mit Nachtmodus. Wichtiger als die Wahl der App ist, dass du dich mit einer einzigen gut vertraut machst.
Warum stimmt meine Sternkarte nicht mit dem Himmel überein?
Häufige Gründe: Sommerzeit nicht berücksichtigt (eine Stunde abziehen), Karte für eine andere geografische Breite oder falsch herum gehalten. Die Himmelsrichtung, in die du schaust, gehört unten an den Kartenrand.

Quellen (4)

  1. Wikipedia: Drehbare Sternkarte (abgerufen 14.10.2026)
  2. Stellarium – Planetarium-Software (abgerufen 14.10.2026)
  3. Simulation Curriculum: SkySafari 8 Plus (App Store) (abgerufen 14.10.2026)
  4. Vito Technology: Sky Tonight (App Store) (abgerufen 14.10.2026)

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